Vor den Festtagen ist nach den Festtagen – Dezemberstress und Achtsamkeit

Der Dezember ist ein Monat der Herausforderungen. Zwischen den Feiertagen, dem Jahresendspurt und den noch offenen To-dos droht der Stress überhandzunehmen. Doch was wäre, wenn wir uns bewusst dem Druck entziehen und mit Achtsamkeit und realistischen Zielen durch diesen hektischen Monat navigieren? Warum gerade jetzt eine Pause notwendig ist und wie Führungskräfte durch bewusstes Handeln den Dezember nicht nur als stressigen Endspurt erleben können.

Der Druck vor den Feiertagen – eine tickende Zeitbombe

Weihnachten steht vor der Tür, und alle müssen noch bis zum Jahresende etwas erledigen – sei es das Einhalten von Deadlines, das Erreichen von Zielen oder das Abarbeiten von To-dos. Der Druck, den wir uns selbst auferlegen, ist enorm, und die Zeit bis zum 24. oder 31. Dezember wird häufig – oft auch unbewusst – zu einer Art ultimativer Hürde gemacht. Wir legen uns oft selbst die Erwartung auf, dass alles bis zum Jahresende erledigt sein muss. Doch ist das wirklich notwendig? Das Ergebnis einer Studie aus dem Journal of Occupational Health Psychology zeigt, dass Menschen, die kurz vor den Feiertagen unter hohem Stress stehen, ein höheres Risiko für Burn-out nach den Feiertagen haben. Das bedeutet, dass dieser hohe Druck uns nicht nur kurzfristig belastet, sondern langfristig gesundheitliche Folgen haben kann. Was können wir also tun, um das zu vermeiden?

Realistische Erwartungen setzen

Ein erster Schritt, der uns hilft, den Stress abzubauen, ist, realistisch mit unseren Aufgaben umzugehen. Häufig gibt es nicht nur das, was wir «unbedingt» erledigen müssen, sondern auch viele «Nice to Do’s» – Aufgaben, die vielleicht nicht zwingend bis zum 31. Dezember abgeschlossen sein müssen. Werfen wir einen ehrlichen Blick darauf: Sind diese Aufgaben wirklich wichtig oder ist es nur der Druck, den wir uns selbst machen? Eine entscheidende Frage lautet: Kann ich meine Arbeitsbelastung reduzieren? Gibt es Dinge, die ich delegieren oder verschieben kann? Vielleicht kann ich auch jemanden um Unterstützung bitten oder gemeinsam mit einem Kollegen reflektieren, ob alles tatsächlich noch in diesem Jahr erledigt werden muss. Indem wir den Druck von uns nehmen, können wir uns wieder auf die wirklich wichtigen Ziele konzentrieren.

Führungskräfte voran: Vorbildfunktion in der Stressbewältigung

Führungskräfte spielen in dieser hektischen Zeit eine besondere Rolle. Sie müssen nicht nur ihre eigenen Aufgaben im Blick behalten, sondern auch als Vorbilder für ihr Team fungieren. Das bedeutet: Gesunde Verhaltensweisen vorleben. Es ist entscheidend, dass Führungskräfte ihren Teams zeigen, wie man sich Auszeiten nimmt, wie man sich auch in dieser hektischen Zeit noch Momente für sich selbst schafft und wie wichtig es ist, auch mal innezuhalten.

Wertschätzung ist ein weiterer wichtiger Hebel für Führungskräfte. Mitarbeitende, die sich wertgeschätzt fühlen, arbeiten erwiesenermaßen produktiver und sind glücklicher. Es reicht allerdings nicht aus, einfach ein Weihnachtsessen zu organisieren. Die wahre Anerkennung liegt in der Präsenz und im aktiven Zuhören. Wenn wir uns Zeit nehmen, um uns wirklich für das zu bedanken, was im Team geleistet wurde, schaffen wir nicht nur eine positive Arbeitsatmosphäre, sondern eben auch das Gefühl der Wertschätzung und Anerkennung. Das sind die Momente, die nachwirken – nicht das grösste Weihnachtsgeschenk oder das aufwendigste Event.

Achtsamkeit ist besonders jetzt wichtig

Ein weiteres hilfreiches Tool im Dezemberwahnsinn ist Achtsamkeit. Sie hilft uns, den Fokus auf das Hier und Jetzt zu legen und unseren inneren Frieden zu finden. Wenn wir in der Hektik des Alltags innehalten und uns fragen, wofür wir dankbar sind, können wir Stress abbauen und unser Denken auf das Wesentliche fokussieren. Eine kleine Pause, ein Moment der Stille oder eine kurze Dankbarkeitsübung können Wunder wirken, um unsere Energie zu bewahren und uns für die Herausforderungen des nächsten Tages zu rüsten.

Es ist jedoch auch wichtig, die mittlerweile weitverbreitete «Always-on»-Mentalität zu hinterfragen. Der ständige Zugang zu E-Mails und die Erwartung, immer erreichbar zu sein, setzen uns zusätzlich unter Druck. Führungskräfte sollten sich bewusst Zeit für sich selbst nehmen und klare Grenzen setzen: Wenn wir nicht arbeiten, dann sollten wir auch nicht konstant auf das Smartphone oder ins Mailfach schauen. Nur so können wir uns von der Arbeit distanzieren und die Zeit mit den Menschen geniessen, die uns wichtig sind.

Pausen und Reflexion für langfristige Motivation

In der hektischen Vorweihnachtszeit kann es zudem hilfreich sein, öfter eine Pause einzulegen. Das gilt nicht nur für die Führungskraft, sondern auch für das gesamte Team. Eine kleine Auszeit oder ein spontanes Treffen ohne Agenda, bei dem das Team einfach mal reflektiert und sich austauscht, kann neue Energien freisetzen und die Motivation steigern. Oft reicht es, sich in lockerer Atmosphäre zu unterhalten, um den Kopf freizubekommen und neue Perspektiven zu gewinnen.

Nach den Ferien ist vor den Ferien: Was passiert im neuen Jahr?

Wenn die Feiertage vorüber sind, ist es oft ein Reflex, mit einem frischen Blick und vollkommener Energie ins neue Jahr zu starten. Doch das kann schnell zu Enttäuschungen führen. Statt in einen Kurzschluss-Aktionismus zu verfallen und «alles» bis zum 31. Dezember erledigen zu wollen, kann es sinnvoller sein, auch den Jahresbeginn zu nutzen, um in Ruhe zu reflektieren, was wirklich wichtig ist und wie langfristige Ziele erreicht werden können.

Anstatt im Dezember also alles unter Druck zu setzen, ist es vielleicht besser, sich im Januar Zeit zu nehmen, um nach den Feiertagen eine Initiative für mehr Achtsamkeit und Work-Life-Balance zu planen. Flexible Arbeitszeiten, regelmässige Treffen und der Austausch innerhalb des Teams können zu mehr Motivation und Konzentration führen und somit den langfristigen Erfolg sichern.

Achtsamkeit statt Stress

Zusammengefasst: Der Dezember ist zweifellos eine stressige Zeit, in der wir viele Erwartungen an uns selbst stellen. Doch wenn wir uns bewusst Auszeiten nehmen, realistisch mit unseren Aufgaben umgehen und uns auf das Wesentliche konzentrieren, verringern wir nicht nur den Stress, sondern finden auch eine langfristige Balance zwischen Arbeit und Freizeit. Es liegt an uns, wie wir diese Zeit gestalten – mit Achtsamkeit, Prioritäten und einer klaren Kommunikation, um den Dezember nicht nur als stressigen Endspurt, sondern als eine Zeit der Besinnung und des Ausgleichs zu erleben.

Wie geht es dir aktuell? Befindest auch du dich mitten im Dezemberstress? Wenn du Unterstützung benötigst, nimm gerne Kontakt zu mir auf. Gemeinsam entwickeln wir passende Lösungen für euren individuellen Veränderungsprozess und trotzen dem Stress!